Zu meinen Papier-Arbeiten
Ich arbeite zu Beginn intuitiv, d.h. Ich beginne mit einem Stich, einer Farbe, einem Stück Papier, und reagiere auf den ersten gesetzten Impuls und so fort. Beim Sticken interessiert mich das langsame Arbeiten, und das Ineinandergreifen der Farben, der Stiche. Ich schätze die uralte Technik, die durch ihre Langsamkeit eine gute Kontrolle über den kreativen Prozess ermöglicht. Sticken ist immer wieder Experiement mit Nadel und Garn. Und man kann wunderbar dabei nachdenken oder wegdriften.
Meine Papiercollagen bestehen aus abreißbaren Rändern von Sonderbriefmarken. Aus diesen Rändern, fein zerschnitten und neu zusammengefügt, entstehen große und kleine, fragile Netze.
Von weitem zunächst zeigen die Netze verschiedene formale Strukturen. Von nahem kann man auf den Netzen lesen, man entdeckt unzählige Motive, Symbole und Farben, Texte, Muster und Ornamente, Informationen, die über die Briefmarke hinaus auf den Rändern weitergedruckt wurden. Die Motive der Briefmarken selbst sind oft Zeit- und gesellschaftsbezogen und reflektieren das, was in Deutschland und sonst wo gerade Thema ist.
Kommunikation ist die Grundidee dieser Netze. Diese verarbeiteten Ränder sind alle Ränder von Briefmarken, die bereits in alle Welt verschickt wurden, es hat eine große räumliche (doch unsichtbare) Vernetzung stattgefunden.
Geb. 1954 in Offenbach am Main
Studium der Soziologie und Germanistik in Frankfurt am Main, Abschluss Dipl. Soz.
Arbeit größtenteils als Werbetexterin, seit 2015 als Deutschlehrerin in Integrationskursen
Jahreskurs bildende Kunst (Malerei, Bildhauerei) 2006-2007 an der Alanus Kunsthochschule
2007 – heute kontinuierlich Workshops für Fotografie, freies Zeichnen, Malerei, Textildruck, freies Sticken
Papierarbeiten und Fotos seit 1995, Zeichnungen, Textilarbeiten seit 2006
Ausstellungsbeteiligungen seit 2005 in Frankfurt, Köln, Emmerich, Troisdorf, Koblenz, Düsseldorf, Niedeggen in Galerien und Museen.
Bei Grevy seit 2024.