Unser Auge geht in Gedanken in einer expressiv umgesetzten sommerlichen Landschaft spazieren. Durch die Baumkronen blinkt hellblauer Himmel, im Vordergrund ahnen wir Gras, Sträucher und Holz auf einem leicht gewellten Boden, dessen Strukturen unseren Blick in den Hintergrund führen. Die relativ gedeckten Farben kommen im Vordergrund auf eine mittelgrauen Bildgrund zum Leuchten. Im Hintergrund scheint sich der Bewuchs in Dunkelheut und Tiefe zu verlieren.
Unsere Vorstellung des Motivs entsteht aud der Zusammenstellung forn Farbflecken und Formen, die locker gesetzte Pinselstriche deutlich sichtbar bleiben. So machen sie uns deutlich, dass sie die eigentlichen Urheber unserer Vorstellung eines Bildmotivs sind. Genau genommen heben sie auch unsere Vorstellung eines Bildraums wieder auf, da sie oft in der Fläche so gleichwertig nebeneinander stehen, dass man nicht von „vorne“ oder „hinten“ sprechen kann und sich die Formen auch nicht in ihrem plastischen Verlauf abtasten lassen. Diese Balance zwischen Gegenstand und Nicht-Gegenstand lässt uns den Vorgang des Sehens und Deutens in der Betrachtung bewusst erleben.
Betont wird das noch durch die besonderen Leinwände. Sie sind fast 5 cm dick und seitlich ebenfalls mit dem Motiv so bemalt, dass wir sie als Objekt von allen Seiten betrachten können. So erhält das Kunstwerk eine zusätzliche inhaltliche Ebene, ist scheinbares Fenster in eine Bildwelt, aber auch betont ein plastisches Objekt an der Wand, vor dem sich der Betrachter im Raum bewegt, um es zu betrachten. So erleben wir den Prozess des Sehens als Aktivität, als Interaktion mit der Kunst.
Die typische Gestaltungsweise des Künstlers, seine Bilder in mehreren Flächen auf Abstand zueinander zu gestalten (der englische Begriff des „multipanel paintings“ trifft das Vorgehen gut) findet sich auch hier wieder. So entstehen in seinen Bildern immer wieder ungewöhnliche und spannende Kompositionen.