Andre Duront: Der Gestalter des Unsichtbaren
Mein Ziel ist es, die Stille zwischen zwei Atemzügen in Form
zu bringen und dem Betrachter eine Einladung zum Innehalten auszusprechen.
Mein künstlerisches Spektrum zeigt sich in einem bewussten Spiel mit Materialien: Während ich
Bronze für Beständigkeit und zeitlose Kraft nutze, schätzte ich moderne Werkstoffe, wie
Modelliermasse mit Pigmenten und Polymermasse, für ihre besondere Feinheit. Diese erlaubt
mir charakteristische, extrem feingliedrige Gestaltungsweise. Der Körper kein starres Abbild,
sondern ein Symbol für menschliche Qualitäten und eine Projektionsfläche für das Menschsein
an sich – losgelöst von Rollenbildern und reduziert auf die Essenz von Bewegung und Seele.
Die Poesie der Form: Körperlichkeit und Symbolik
Meine Kunstobjekte zeichnen sich durch eine Ambivalenz aus: Sie wirken fragil und doch
kraftvoll; sie scheinen förmlich mit ihrem Untergrund zu spielen oder sanft in den Raum
hineinzufließen. In der Gestaltung bleibt die physische Erscheinung oft neutral oder
schemenhaft. Erst durch die individuelle Wahrnehmung des Betrachters formt sich eine
Geschlechtszugehörigkeit oder eine spezifische Bedeutung.
Jedes Objekt trägt eine tiefe Symbolik in sich – mal offensichtlich, mal subtil im Detail
verborgen. Die Skulpturen fungieren dabei als Spiegel der menschlichen Biografie:
● Resonanz: Sie wecken Erinnerungen und rufen längst vergessene Gefühle wach.
● Reflektion: Sie thematisieren gelebtes Leben, verpasste Chancen oder unerfüllte
Wünsche.
● Dualität: In der filigranen Haltung der Figuren offenbart sich im einen Moment unbändige
innere Stärke und im nächsten die pure Verletzlichkeit eines flüchtigen Augenblicks.