Entkorkt

Alo Schmitz

Entkorkt

Alo Schmitz

850,00 

„entkorkt“ steht beispielhaft für Alo Schmitz’ künstlerischen Ansatz: Vintage-Ästhetik und zeitgenössische Malerei verschmelzen zu einer eigenständigen Bildsprache, in der Humor, Sinnlichkeit und kunstvolle Komposition in einem ausgewogenen Verhältnis zueinanderstehen. Es ist ein Originalgemälde, das seine Geschichte nicht vollständig erzählt, sondern sie mit jedem Blick ein Stück weiter öffnet – ganz im Sinne seines Titels: entkorkt.

>>>gesprochene Bilderläuterung<<<

Maße:

Breite: 60 cm
Höhe: 80 cm
Tiefe: 4 cm
Kategorie:
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Material: ,
Typ:
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Auf den ersten Blick sehen wir eine elegante Frau. Sie wirkt gelassen, fast verträumt. Mit einem feinen Lächeln schenkt sie ein Glas Rotwein ein. Die Szene erinnert an die stilvollen Werbe-Illustrationen der fünfziger Jahre – an eine Zeit, in der Eleganz, Genuss und Lebensfreude in Bildern gefeiert wurden.
Je länger unser Blick über das Bild wandert, desto mehr beginnt sich die Geschichte zu verändern.
Der Wein scheint nicht nur aus der Flasche zu fließen.
Er scheint direkt unter der Bluse der Frau hervorzuströmen.
Eine kleine Verschiebung.
Eine raffinierte Irritation.
Und plötzlich wird aus einer alltäglichen Szene eine poetische Bildidee.
Der Titel „entkorkt“ begleitet diese Erzählung auf besondere Weise.
Natürlich denken wir zunächst an eine geöffnete Weinflasche.
Doch das Wort besitzt noch eine zweite Bedeutung.

Entkorkt sein bedeutet auch, sich zu öffnen. Hemmungen abzulegen.
Etwas freizugeben, das bisher verborgen war. Vielleicht beschreibt der Titel genau diesen Moment.
Den Augenblick, in dem aus einer einfachen Szene etwas viel Größeres entsteht.

Unser Blick folgt fast automatisch der Weinflasche.
Von dort dem fließenden Rotwein.
Bis hinein in das Weinglas
Erst jetzt fällt auf, dass dieses Glas exakt vor dem Becken der dargestellten Frau positioniert wurde.
Nichts daran wirkt zufällig.
Gerade diese Platzierung eröffnet eine weitere mögliche Lesart.
Das Glas und der tiefrote Wein können Assoziationen an die Form einer Vulva hervorrufen. -das Leben.

Nicht plakativ.
Nicht ausdrücklich.
Sondern als leise Andeutung.
Eine Bildidee, die sich erst nach und nach entfaltet. Und genau darin liegt ihre Stärke.
Denn das Werk schreibt keine Interpretation vor.
Es lädt dazu ein, eigene Gedanken entstehen zu lassen.

Vielleicht erzählt das Bild von Weiblichkeit.
Von Sinnlichkeit.
Von Lebensfreude.
Vielleicht auch von Selbstbestimmung.
Oder von der engen Verbindung zwischen Genuss und Leben.
Wein begleitet die Menschheit seit Jahrtausenden als Symbol für Kultur, Gemeinschaft und Freude. – Und Leben.
Hier begegnet er der weiblichen Figur nicht als Requisite.Sondern scheint selbst Teil ihres Wesens zu werden.

So verschmelzen Mensch und Symbol zu einer neuen Einheit.
Auch handwerklich lebt das Werk von spannenden Gegensätzen.
Die plastisch gemalte Figur hebt sich deutlich vom ornamentalen Vintage-Hintergrund ab.
In der Tapete finden sich Uterus Ornamente.
Der Ursprung des Lebens.

Bewusst eingesetzte Alterungsspuren verleihen dem Gemälde Tiefe und Charakter.
Warme Creme- und Ockertöne bilden eine harmonische Bühne.
Das kräftige Bordeauxrot des Weines setzt den zentralen Akzent.

Alos Bilder erzählen Geschichten mit einem feinen Lächeln. Sie verbinden Nostalgie mit Gegenwart. Humor mit Eleganz. Und Schönheit mit einer zweiten, manchmal sogar dritten Bedeutungsebene. Je länger man hinsieht, desto mehr scheint das Bild selbst…entkorkt zu werden.

Es öffnet sich.Schicht für Schicht.
Gedanke für Gedanke.
Und vielleicht…
erzählt es jedem Betrachter eine etwas andere Geschichte.
„entkorkt“.

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Alo Schmitz ist ein deutscher Künstler, der 1973 in Neunkirchen geboren wurde und heute in Köln-Klettenberg lebt. Als Autodidakt entwickelte er seinen markanten Stil durch Selbststudium und verschiedene Kunstsemester. Seine künstlerische Arbeit ist geprägt von Acrylmalerei auf Leinwand, ergänzt durch eigens entwickelte Farbmixturen. Besonders auffällig sind seine Metall- und Rosteffekte, die auf seine Ausbildungen zum Werkzeugmechaniker und Industriekaufmann in der Metallbranche zurückzuführen sind.  

Alo’s Werke zeichnen sich durch eine nostalgische Ästhetik aus, die oft in die 1950er Jahre zurückführt. Ein Beispiel hierfür ist das Gemälde „Blootwoosch, Kölsch un e lecker Mädchen“ aus seiner Köln-Serie, das eine Frau mit Kölsch und Blutwurstscheibe zeigt und den Betrachter in die Nachkriegszeit versetzt.  

Alo Schmitz hat zahlreiche Ausstellungen unter dem Motto „einfach anders“ veranstaltet, darunter in Köln, Mannheim, Frankfurt, Mallorca, Grinada, NewYork und der Schweiz. Seine Werke wurden in vielfältigen Kontexten präsentiert, von Galerien über Parks bis hin zu Waschsalons und der Veedelskneipe.

Weitere Informationen und eine Auswahl seiner Werke finden sich auf seiner offiziellen Website:  www.galorie.de